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Milchstraßenbilder erstellen

 

Um gute Bilder von der Milchstraße zu bekommen braucht man am besten einen guten Standort. Also dunkel, keine Lichtverschmutzung und amvbesten wenig Flugzeugverkehr. Eine gute Aussicht,  freies Sichtfeld, nicht in der Nähe von Bahngleisen ( wegen der Erschütterung ) und am besten auch keine Straße in der Nähe wo LKWs lang fahren. Man sollte sich so hinstellen das Autoscheinwerfer nicht stören. 

Also am besten mal auf Google Earth schauen, einen Platz aussuchen und dann hinfahren.

Am Anfang sollte man es sich einfach machen. Später mit etwas mehr Erfahrung, kann man auch ander Orte aufsuchen und so z.B. Gebäude oder Landschaften mit ins Bild zu nehmen und so besonders in Szene setzen.

Der eigentliche Aufbau ist dann schon wieder etwas besonderes. Ein gutes Stativ, eine Kamera die man manuell bedienen kann, ein lichstarkes Objektiv, evt eine Fernbedienung.

 

Nu geht es an die Einstellungen. Die Kamera sollte in den ISO Werten nicht zu früh das Rauschen anfangen Somit sind manche Kameras bei ISO 400 schon am Ende und andere gehen bis ISO 6400 und mehr. Aber ein guter ISO wert ist zwischen 400 und 1000 je nach Standort und Nachthimmel. Das Objektiv sollte sehr lichstark sein. Ich nutze entweder ein Wallimex 35mm f 1,4 oder aber ein Tamron 24-70mm f2,8.  Je höher die Blendenzahl umso länger muss man belichten, um ein gleiches Ergebniss mit einer niedrigen Blendenzahl zu bekommen. Anbei eine Tabelle aus dem Internet von digitipps.ch.

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Wenn man hier mal schaut wird evt. einiges klarer. Bei meinem Wallimex f 1,4 belichte ich 30 Sek. lang, um das gleiche Ergebniss mit f 2,8 zu bekommen, muss ich hier 2Min belichten. In der Tabelle muss ich mich also diagonal nach oben oder unten bewegen , je nach Blendenwertänderung und die gleiche Farbe nehmen. f1,4 = 15s, f2 = 30s, f5,6 = 4min. Damit kann man sich nun vorstellen, das eine offene Blende viel schneller mehr Licht sammelt. und es ist schon ein riesiger Unterschied ob ich 15 Sekunden belichte oder aber 4Minuten belichte. Denn in dieser Belichtungszeit bewegt sich unsere Erde weiter, d.h. Sie dreht sich um ihre eigene Achse, somit wandern für uns scheinbar die Sterne am Nachthimmel weiter. 

Nun kommt ein 2. wesentlicher Faktor dazu. die Brennweite des Objektives. Je größer die Brennweite des Objektives ist, je schneller erkenne ich auf den Bilder eine Strichspur der Sterne bei längeren Belichtungszeiten. Also, wenn ich mit 10mm belichte oder mit 200mm belichte, bleibt mir nur bestimmtes Zeitfenster, in denen ich Sterne fotografieren kann, ohne die Sternwanderung/ Erdrotation abzulichten. Die Sterne werden anfangs zu Eier und bei längerer Belichtung zu Strichen, manchmal möchte man diesen Effekt haben. Aber um die Milchstraße zu belichten ist dies störend, hier möchte ich die Sterne als kleine Punkte haben.

Aber auch hier gibt es wieder eine Tabelle die mir helfen kann, mein Nachtfoto zu planen.

tab

 

Nun kann ich mit diesen beiden Tabellen arbeiten und mein Nachtfoto planen. Wenn ich ein Objektiv mit 50mm Brennweite habe, das eine Lichtstärke von f4 hat, kann ich 10 Sek belichten ohne das die Sterne wandern. Ein Objektiv mit 50mm und f2,8 erlaubt es mir auch nur 10 Sek zu belichten denn hier ist die Brennweite der limitierende Faktor. Aber das f2,8 sammelt in den 10 sek, die doppelte Menge an Licht, denn ich würde bei f2,8 zu f4 ja eine Verdoppelung der Zeit haben ( s. obere Tab.).

Nun wird es kompliziert, diese Zeiten mit der Brennweite  gerechnet sind für eine Vollformatkamera. Wenn ich keine Vollformat habe, dann muss ich die Brennweite mit dem Cropfaktor meines Systemes multiplizieren. Der Cropfaktor ist das Verhältnis von dem Kamerachip einer Kamera zu einem Vollformatchip. Nun kann ich also wieder von vorne anfangen. Meine Canon 70 D hat diesen Cropfaktor von 1,6, d.h. bei einem 50mm Objektiv habe ich eine effektive Brennweite von, 80mm. mit 80mm kann ich nur ca 6 Sek belichten ohne das die Sterne wandern im Bild. Deshalb schränken mich Große Brennweiten ein, um hier damit Nachts fotografieren zu können brauche ich eine motorische Nachführung der Kamera, die die Erdrotation ausgleicht. Und, na klar bei Teleskopen mit Brennweiten die um die 1000mm liegen, komme ich ohne eine Nachführung nicht aus.

Aber zurück zur Milchstraße, alles unter 35mm effektive Brennweite ist gut für die Milchstraße. Und dazu eine offene Blende. Ach ja die Tiefenschärfe, nun die fällt hier ja aus, denn ich fokussiere ja schon auf unendlich, somit muss ich nicht mit großen Blendenzahlen arbeiten, im Gegenteil die hindern mich nur. Die kleinstmögliche Blendenzahl sollte es sein.

Kamera/Vollformat ist mit 35mm Objektiv und einer Blende von f1,4 ausgerüstet. ich kann also ca 22 Sek belichten ohne das die Sterne wandern. der Fokus wird auf manuell gestellt, ich suche mir einen hellen Stern und bringe ihn in den Fokus, dabei hilft mir das liveview mit Vergrößerung oder evt. sogar die Kamera an ein iPad oder einen PC anschließen, zur Schärfekontrolle über ein Programm. Den Bildstabi ausschalten, denn der führt bei Langzeitbelichtungen nur zu einer"schwimmenden" Linse und erzeugt Unschärfe. Dann in der Kamera den Selbstauslöser aktivieren. Alles auf ein Stativ setzen, ausrichten, liveview aktivieren, Auslöser drücken und dann sollte man nach der Belichtung auch schon das erste Bild von dem Sternenhimmel über einen haben. Wenn die Kamera intern im Menue die Möglichkeit bietet ein Dunkelbild abzusiehen, dann sollte diese Option genutzt werden. Wenn ich dann 30 Sek belichte, braucht die Kamera auch dann 30 Sek zur Fertigstellung eines Bildes.

Nach den ersten Versuchen und Ergebnissen kann man nun mit Taschenlampen und oder Blitzen auch noch Gebäude oder Personen unter dem Nachthimmel in Szene setzen. Strichspuren die dann noch in euren Bildern sind, sind dann entweder Flugzeuge oder  Satelliten.

So na denn mal clear skys und viel Erfolg bei euren Versuchen, hier sind einige meiner Versuche zu sehen.

 

milki

sommilk

 

 

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